Sunlight

Lichtspur im dunklen November?

Der November gilt als  Totenmonat mit all den stillen Feiertagen Allerheiligen  und  Allerseelen,  Volkstrauertag  und  Toten-  oder Ewigkeitssonntag. Gräber werden  geschmückt und  derer  gedacht,  die  gestorben sind.

Und wir? 
Die Lebenden?
Die  erst  einmal  zurückbleiben  und  doch  auch  irgendwann einmal sterben werden?

Mir gefällt das Wort des Psalmbeters: „Gott, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!“ (Ps. 90,12) Ich verstehe es weniger als Mahnung, sondern mehr als eine kluge Spur, das Bedeutsame im eigenen Leben aufzuspüren und es  zu verfolgen. Ja, aber wie finde ich diese kluge Erkenntnis? Wie begreift meine Seele die Endlichkeit und macht was draus?

Mich beeindruckt sehr, was Bronnie Ware, eine australische Palliativkrankenpflegerin, herausgefunden hat. Sie fragte die totkranken Menschen in ihren letzten Lebenswochen, was sie am meisten bereuen in ihrem Leben oder was sie lieber anders gemacht hätten.

Das Spannende ist, dass die Antworten sich fast alle ähnelten und dass vor allem fünf Themen zur Sprache kamen.
2011 erschien Ware’s Buch dazu mit dem deutschen Titel „Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“:

1.    Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selbst treu zu bleiben, statt so zu leben wie andere es von mir erwarteten.
2.    Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.
3.    Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.
4.    Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gehalten. 
5.    Ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt.

Vielleicht springt Ihnen sofort ein Satz entgegen, der Sie besonders anspricht. Oder Sie lassen sich auch Zeit und spüren dann nochmal, welcher Satz der Ihre ist. „Gott, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!"

Das Klugwerden im Blick auf unsere Endlichkeit besteht vielleicht darin, eine dieser Spuren im eigenen Leben zu verfolgen. Sie mitzunehmen in den Alltag. Und sich so etwas von den Sterbenden sagen zu lassen  –  eine heiße Spur für uns als Lebende!

Für das Team der Klinikseelsorge,
Antje Hofmann, Pfr.in

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