Kampf und Krieg zerreißt die Welt, Starke strecken Schwache nieder.
Dabei zählen Macht und Geld, vielen ist dies Tun zuwider.
Geist, send deine sieben Gaben, die wir bitter nötig haben!
Dieser auf die Melodie eines alten Kirchenlieds gelegte, neue Text drückt das aus, was viele heute Menschen empfinden:
Welche Zukunft haben wir auf unserer Erde? Viele Menschen empfinden Angst angesichts zunehmender Ausgrenzung, Verunglimpfungen und Unterstellungen sowie Drohungen gegen alles und jeden nehmen zu. Mörderische Sprachspiele und zynische Handlungsweisen lassen nichts Gutes erahnen.
Sagen wir es einmal bewusst positiv:
Es braucht unglaublich viele, hochtalentierte und hochmotivierte Menschen, die sich mit ihrer ganzen Kraft für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft einsetzen, den Hass bändigen, das Zutrauen wecken und vorbildlich leben. Es braucht halbvolle Gläser, anerkennendes Lob und ausgewogene, motivierende Kritik, die Umkehr und Veränderung erzeugt. Es braucht selbstlose und demütige, motivierte und leidenschaftliche Verantwortungsträger in allen Bereichen der Kirchen, der Gruppen und Zusammenschlüsse, in Vereinen, Parteien, in der Politik. Es braucht die innere Freude darüber, einem anderen geholfen zu haben und darin selbst beschenkt worden zu sein. Es braucht den unbändigen Glauben an den Sieg des Guten!
Es braucht … unglaublich viel – aber woher kommt es?
Den Geist Gottes bitten wir (hoffentlich nicht nur) am Pfingstfest um seine sieben Gaben – um Weisheit, Einsicht und Rat, um Stärke und Erkenntnis, um Frömmigkeit und Gottesfurcht. Diese bei Jesaja (11,2-3) genannten Gaben weitet Paulus in die verschiedenen ‚Gnadengaben‘, die der eine Geist schenkt. Er baut auf, wärmt, heilt, tröstet, ermutigt, befähigt, bestärkt – indem er ‚hineinweht‘ in die Existenz von Menschen, die ihm durch ihr Beten, ihre Sensibilität, ihre Wachheit, dies ermöglichen.
Das Pfingstfest strotzt vor Hoffnung, Leidenschaft, Energie und Furchtlosigkeit – weil Christen davon überzeugt sind, dass „Gottes Geist weht, wo er will” (Joh 3,8) und dass er große Wunder bewirken kann.
Wer an Pfingsten die Botschaft hört, dass Menschen unterschiedlicher Sprachen zutiefst einander verstehen; dass Streit, Hass und Gewalt überwindbar sind; dass die eigene Endlichkeit ihren Schrecken verliert angesichts einer ergreifenden Erfahrung von nie endender, erfüllender Gemeinschaft.
... wer all das hört und dem Gehörten Glauben schenkt, der lebt neu auf und ist trotz aller Krisen und entmutigenden Nachrichten nach einem Wort von Kardinal Christoph Schönborn „unverbesserlich hoffnungsvoll“.
Diese geistgewirkte Hoffnung wünscht zum Pfingstfest
für das Seelsorgeteam an der Uniklinik Köln
Pfarrer Mike Kolb




